Link Building im KI-Zeitalter: Was wirklich funktioniert und warum externe Signale wichtiger werden
Julian Kirfel habe ich schon eine Weile auf LinkedIn verfolgt. Seine Posts zu Link Building sind ungewöhnlich direkt und ohne das übliche Agentur-Blabla. Irgendwann war klar: Den muss ich in den Podcast einladen. Im Gespräch haben wir dann keine Minute verschwendet. Es ging sofort in die Tiefe, von der Frage, warum KI das ganze SEO-Spiel neu mischt, bis hin zu konkreten Beispielen aus laufenden Kundenprojekten. Ich habe einiges mitgenommen.
Zum Video:
Wie Julian überhaupt zu Link Building kam
Julians Weg ist alles andere als geradlinig. Nach dem Abi hat er sich wie viele mit Nischenseiten beschäftigt, damals noch Teichpumpen und klassisches Affiliate-Marketing. Dann VWL-Studium, abgebrochen zugunsten eines Jobs als Geschäftsführer in einem Familienunternehmen. Fast acht Jahre lang. Dort hat er SEO nicht aus Leidenschaft betrieben, sondern aus der Not heraus: Für Anzeigen war kein Budget da. Also hat er selbst Hand angelegt.
Das hat mich direkt angesprochen. Wer SEO unter echtem Druck lernt, der lernt es richtig. Julian hat Keywords wie „Transportkisten aus Holz“ oder „Exportkisten“ optimiert und dabei gemerkt, wie viel organische Sichtbarkeit wirklich bringen kann.
Den Schritt in die Selbstständigkeit hat er dann Ende 2022 gewagt, zusammen mit zwei Partnern. Und das Timing war kein Zufall.
Warum KI externe Signale wieder in den Fokus rückt
Das war für mich der Einstieg ins eigentliche Thema. Als ChatGPT Ende 2022 erschien, haben Julian und seine Mitgründer sehr schnell eine Schlussfolgerung gezogen, die ich so klar noch nicht formuliert gesehen hatte.
Wie Julian es formuliert hat:
„Wenn das ganze Internet geflutet wird mit Pseudo-Expertentexten, wie soll der Suchalgorithmus dann noch verstehen, wer wirklich relevant ist und wer nicht?“
Genau das ist der Punkt. Technisches SEO kann man zunehmend automatisieren. Content auch. Aber die Reputation von außen aufzubauen, echte externe Signale zu bekommen, das lässt sich nicht einfach faken. Und genau darin haben Julian und sein Team eine Chance gesehen.
Ich finde diese Einordnung ziemlich treffend. Wer sich heute nur auf On-Page verlässt, schwimmt im selben Pool wie alle anderen, die ebenfalls KI-Content produzieren. Was dann noch zählt, sind die Stimmen von außen.
So funktioniert die Link Broker Plattform
Julian hat mir erklärt, wie ihr Modell aufgebaut ist. Ich kannte die Plattform schon ein bisschen, aber die Details waren interessant.
Das Grundprinzip: Du meldest dich kostenlos an, bekommst Zugang zu einem großen Verzeichnis von Publisher-Domains und kannst dort gezielt Links einkaufen. Jeder Publisher setzt seinen eigenen Preis. Du siehst Metriken wie Domain Rating, Traffic, Linkprofil und thematische Kategorie und kannst selbst entscheiden, ob ein Link für dich Sinn macht.
Was ich gut finde: Es gibt einen Hybridweg. Wer keine Lust hat, das alleine durchzudenken, kann sich kostenlos beraten lassen. Julian hat das lange selbst gemacht und mit Kunden ein Mini-Audit durchgeführt, bevor überhaupt ein Link gekauft wurde. Refinanziert wird das Ganze über die Einkaufskonditionen mit den Publishern. Das Modell funktioniert also nur, wenn es für den Kunden auch wirklich wirkt.
Was mich überrascht hat: Sehr viele SEO-Agenturen nutzen die Plattform als White-Label-Lösung, also auch für Kunden, die eigentlich keine reine SEO-Agentur betreuen.
Was einen guten Backlink wirklich ausmacht
Hier wurde es für mich besonders konkret. Julian hat vier Kriterien genannt, die ich mir direkt notiert habe:
- Echter organischer Traffic: Der Publisher muss sichtbar sein, messbar über den Traffic.
- Solide Domain-Autorität: Ein gutes Domain Rating ist ein Anhaltspunkt, aber kein alleiniges Kriterium.
- Saubere Historié: Keine künstlichen Spikes, kein plötzlicher Traffic-Anstieg durch Black-Hat-Methoden.
- Gesundes Verhältnis zwischen eingehenden und ausgehenden Links: Julian nennt das intern „R&L Ratio“. Wer auf alles verlinkt, aber selbst kaum verlinkt wird, gibt wenig weiter.
Das mit dem vierten Punkt hat direkt Klick gemacht. Ich habe schon selbst gesehen, wie Seiten mit hohem Domain Rating trotzdem kaum etwas bringen, eben weil sie Linkschleudern sind.
Und dann kam das Beispiel, das ich so nicht auf dem Schirm hatte: disclaimer.de. Eine Rechtsthemenseite, die vor Jahren ein WordPress-Plugin für Haftungsausschlüsse veröffentlicht hat. Dieses Plugin hat Millionen von Websites eingebettet, die dabei automatisch einen Backlink gesetzt haben. Domain Rating heute: 91. Julian empfiehlt diesen Link als Einstieg für neue Domains, weil er eine enorme Autorität weitergebe, ohne dass man dafür tausende Euro ausgeben muss.
Wann Links noch keinen Sinn machen
Das war eine der ehrlichsten Aussagen im Gespräch. Julian hat es klar gesagt:
„Wenn wir dich analysieren und merken, du brauchst erstmal eine ordentliche Website und guten Content, dann sagen wir dir das. Sonst gibst du Geld aus für etwas, das dir nichts bringt.“
Das höre ich selten von jemandem, der Links verkauft. Und ich finde es wichtig. Ich habe in eigenen Projekten und bei Kunden oft gesehen, wie Linkbuilding als Lösung verkauft wird, obwohl die Grundlagen fehlen. Eine dünne Website mit kaum Inhalt wird durch Backlinks nicht plötzlich relevant.
Julians Empfehlung war zudem interessant: Wer noch gar nicht weiß, ob sein Angebot funktioniert, sollte zuerst Google Ads schalten. Damit bekommt man planbare Leads und kann testen, ob das Angebot zieht. Erst dann ergibt Linkbuilding Sinn, als Weg, die „gemietete“ Sichtbarkeit schrittweise in „Eigentum“ umzuwandeln.
Digitale PR und Advertorials: Das unterschätzte Werkzeug
Wir sind dann auf ein Thema gekommen, das ich gerade selbst sehr relevant finde. In KI-gestützten Suchsystemen wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini funktioniert klassisches Keyword-SEO nicht mehr so direkt. Diese Systeme brauchen Kontext, nicht nur einen Ankertext in einem Gastartikel.
Julian hat es so erklärt: Ein klassischer Gastartikel gibt Autorität weiter, aber kaum Kontext. Er muss redaktionell aufbereitet sein und darf nicht werblich klingen. Advertorials dagegen sind als Werbung gekennzeichnet, und genau das erlaubt es, deutlich mehr Information über das eigene Produkt oder Unternehmen reinzupacken.
Wie Julian es formuliert hat:
„Ich kann das Narrativ über mein Produkt indirekt beeinflussen. Wie lange das noch so geht, weiß man nicht, aber gerade sind wir in einer Phase, wo das sehr gut funktioniert.“
Das war für mich ein kleiner Mindshift. Ich hatte Advertorials lange als tot abgehakt. Im Kontext von KI-Suchen machen sie plötzlich wieder Sinn.
Das Konkurrenzbeispiel: 21run gegen Nike und Adidas
Julian hat eine Case Study aus seinem Managed Service geteilt, die gut zeigt, was mit einem begrenzten Budget möglich ist und was nicht.
Ein holländischer Laufschuh-Händler wollte für Keywords wie „Laufschuhe Herren“ besser ranken. Budget: 2000 Euro. Konkurrenz: Nike, Adidas, Puma.
Das Ergebnis war gut, aber nicht dauerhaft auf den Top-3-Positionen. Und das ist ehrlich. Julian hat es direkt gesagt:
„Die Konkurrenten schlafen nicht. Wenn du gegen solche Brands in kommerziellen Keywords kämpfst, ist das ein Dauerrennen.“
Was ich daran schätze: Keine falschen Versprechen. Aber das Projekt hat sich trotzdem gerechnet, weil schon kurze Phasen in den Top-3-Positionen für solche Suchvolumina das Budget um ein Vielfaches reingeholt haben.
Outreach und die Grauzone der Transparenz
Wir haben auch über organischen Outreach gesprochen, also das direkte Anschreiben von Websitebetreibern für Links. Julian macht das, aber bewusst nur in bestimmten Situationen und nur für passende Kunden. Kein Massenanschreiben, sondern gezielt, wenn das Portfolio der Plattform an seine Grenzen stößt.
Was mich an dieser Stelle beschäftigt hat: Die Branche hat ein massives Vertrauensproblem. Nicht nur wegen der indischen Spam-Mails, die jeder kennt, sondern weil es keine überprüfbaren Standards gibt. Jeder kann behaupten, er sei Experte. Julians Antwort darauf war klar:
„Lass dir Case Studies zeigen. Lass dir erklären, wie vorgegangen wird. Und wenn jemand dir einfach eine Keyword-Liste aus Ahrefs für 1500 Euro verkauft, ist das kein Service.“
Das kann ich aus eigener Erfahrung unterschreiben. Ich habe das selbst erlebt, damals in einer anderen Rolle, wo mir jemand eine Keyword-Analyse verkauft hat, die aus einem kostenpflichtigen Tool war, nach Difficulty sortiert, fertig.
Meine persönlichen Key Takeaways
Wenn ich das Gespräch auf die wichtigsten Punkte runterbreche, sind es diese:
- Externe Signale werden wertvoller, weil Content immer leichter zu produzieren ist. Das, was sich schwer fälschen lässt, ist Reputation von außen.
- Ein guter Link braucht vier Dinge: echten Traffic, saubere Autorität, eine ehrliche Historié und eine gesunde Link-Balance beim Publisher.
- Ohne Website und Content bringen Links nichts. Das ist keine Ausrede, sondern eine ehrliche Diagnose.
- Advertorials und digitale PR sind gerade in einer Phase, in der sie für KI-Suchen besonders viel Kontext liefern können.
- Linkbuilding ist kein einmaliges Investment, sondern eine laufende Aufgabe, vor allem in wettbewerbsstarken Märkten.
- Die drei Grundlagen für SEO hat Julian am Ende gut zusammengefasst: technische Auslesbarkeit, On-Page-Qualität, externe Signale. In dieser Reihenfolge.
Fazit
Das Gespräch mit Julian hat mich in meiner eigenen Einschätzung bestätigt: Link Building ist kein schmutziges Thema, es wird nur oft schmutzig umgesetzt. Wer transparent arbeitet, echte Qualitätsstandards anlegt und nicht einfach Links verkauft, sondern Projekte wirklich weiterdenkt, der kann damit echten Mehrwert schaffen.
Was ich besonders gut fand: Julian hat keine heile Welt gemalt. Er hat gesagt, wann Links nichts bringen, wann das Budget woanders besser aufgehoben ist und warum das Rennen gegen große Brands nie wirklich aufhört.
Wenn du SEO ernsthaft betreibst, schau dir die Folge in voller Länge an. Und wenn du mit Link Building anfangen willst, meld dich bei Link Broker an oder schreib Julian direkt auf LinkedIn an.
Zur Podcast-Folge auf YouTube:
F16: Link Building für SEO und AI Sichtbarkeit
Webseite Link Broker:
https://linkbroker.de
FAQ
Warum werden Backlinks durch KI-Content noch wichtiger?
Weil immer mehr Websites KI-generierten Content veröffentlichen, wird es für Suchmaschinen schwieriger, echte Expertise von Masse zu unterscheiden. Julian und ich haben genau darüber gesprochen: Was sich am schwersten fälschen lässt, sind externe Signale. Also Verlinkungen von anderen Seiten, die zeigen, dass jemand von außen Relevanz bestätigt.
Woran erkenne ich einen hochwertigen Backlink?
Julian nennt vier Faktoren: echter organischer Traffic beim Publisher, solide Domain-Autorität, eine saubere Entwicklungshistorie ohne künstliche Sprünge und ein gesundes Verhältnis zwischen eingehenden und ausgehenden Links. Wer auf alles verlinkt und selbst kaum verlinkt wird, gibt wenig weiter.
Wann macht Linkbuilding noch keinen Sinn?
Wenn die eigene Website kein solides Fundament hat. Also wenn wichtige Seiten fehlen, der Content dünn ist oder die technische Struktur Probleme hat. Backlinks auf eine schwache Seite verpuffen. Julian empfiehlt außerdem, zuerst mit Google Ads zu testen, ob das Angebot überhaupt funktioniert, bevor man in organische Sichtbarkeit investiert.
Was sind Advertorials und warum sind sie gerade wieder interessant?
Advertorials sind bezahlte, als Werbung gekennzeichnete Beiträge auf externen Seiten. Anders als klassische Gastartikel dürfen sie werblich sein und viel mehr Kontext über das eigene Produkt liefern. Das macht sie besonders wertvoll für KI-Suchsysteme, die Kontext brauchen, um eine Marke oder ein Angebot einzuordnen.
Wie viel sollte man für Linkbuilding monatlich einplanen?
Das kommt wirklich drauf an. Julian und ich haben darüber gesprochen, dass es keine Pauschale gibt. Entscheidend sind das Ziel, die Wettbewerbssituation und wie schnell man vorankommen will. Was er klar gesagt hat: so wenig wie nötig, aber so viel wie wirklich gebraucht wird. Für neue Domains empfiehlt er, früh mit ein bis zwei starken Links zu starten, um Indexierung und Crawling zu beschleunigen.


