Kaum ein Thema bewegt die Marketing-Welt gerade so sehr wie GEO SEO, also die Frage, wie Inhalte für KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews optimiert werden. Unter Begriffen wie Generative Engine Optimization oder AI SEO schießen Checklisten und Tools aus dem Boden, oft ohne belastbare Daten dahinter. Ich habe mich mit Jörg Zimmer zusammengesetzt, einem SEO-Experten, der das Thema seit Monaten aktiv beobachtet und testet. Unser gemeinsames Fazit: Wer jetzt hektisch handelt, macht denselben Fehler wie bei jedem früheren SEO-Hype. Was wirklich zählt, sind Grundlagen, Geduld und strukturierte Experimente.
Zum Video:
Was ist GEO SEO, und warum redet die ganze Welt davon?
GEO SEO verbindet klassische Suchmaschinenoptimierung mit Generative Engine Optimization, dem Versuch, Inhalte so zu gestalten, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Claude oder Google Gemini sie als relevante Quellen erkennen und zitieren. Anders als bei klassischem SEO, wo eine Suchmaschine eine Linkliste ausgibt, generieren diese Systeme direkte Antworten und nennen dabei manchmal ihre Quellen.
Zur Podcast-Folge:
Das klingt verlockend: Wer als Quelle erscheint, gewinnt Sichtbarkeit ohne Klick-Konkurrenz. Die Realität ist aber nüchterner:
- Es gibt keine offiziellen Daten darüber, wie AI-Modelle Quellen gewichten
- Es gibt keine Konsole wie die Google Search Console
- Es gibt Stand 2026 kaum reproduzierbare Erfolgsnachweise
„Leute, relax bitte. Das Thema ist neu, das Thema ist groß. Da müssen echte Experimente gemacht werden. Das ist keine finale Erkenntnis – wir sind alle noch im Prozess.“
— Jörg Zimmer
Generative Engine Optimization trifft klassisches SEO: Die 70-Prozent-Regel
Bevor man sich in GEO-Checklisten verliert, lohnt ein Blick auf die eigene SEO-Situation. Jörg schätzt die Überschneidungsrate zwischen klassischem SEO und Generative Engine Optimization auf rund 70 Prozent. Das bedeutet: Wer sein technisches SEO im Griff hat, ist bereits zu einem großen Teil AI-ready.
Was bedeutet „AI-ready“ bei GEO SEO konkret?
Damit ein KI-Crawler eine Website überhaupt verarbeiten kann, müssen folgende Grundvoraussetzungen erfüllt sein:
- Crawlability: AI-Modelle haben bekanntermaßen Schwierigkeiten mit JavaScript-lastigem Rendering
- Ladegeschwindigkeit: Zu langsame Seiten mit Timeout kann kein Crawler auswerten
- Sitemap & robots.txt: Steuern, welche Inhalte indexiert werden dürfen
- Strukturierter Aufbau: Klare Seitenarchitektur und semantisches HTML helfen Maschinen beim Verstehen
- NAP-Daten: Name, Adresse und Telefonnummer konsistent auf allen Plattformen
„Wenn du sagst, ich muss KI machen, aber deine Basics noch nicht durchgespielt hast – man muss strukturiert vorgehen.“
— Jörg Zimmer
Website für KI optimieren: Das Halluzinations-Problem
Jörg hatte für einen Kunden die NAP-Daten bereits auf zahlreichen Stadtportalen synchronisiert, ein klassischer lokaler SEO-Schritt. Dennoch nannte ChatGPT eine vollständig falsche Adresse für dieses Unternehmen. Das zeigt, warum Datenpflege beim Website für KI optimieren kein Nice-to-have ist.
Dieses Phänomen nennt man Halluzination: KI-Modelle generieren Antworten auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, nicht auf Basis einer verlässlichen Datenbank.
Was folgt daraus für Unternehmen?
- Eigene Unternehmensdaten regelmäßig in KI-Modellen prüfen (z. B. „Was weißt du über [Firmenname]?“)
- Abweichungen dokumentieren und korrigieren
- Datenpflege auf möglichst vielen Portalen sicherstellen
- Google Unternehmensprofil aktuell halten, auch das fließt in KI-Antworten ein
„Ich habe gesehen, dass er für eine Firma alle Daten richtig hatte – aber eine völlig falsche Adresse. Eine Adresse, die die Firma nie hatte.“
— Jörg Zimmer
AI SEO und Kanalstrategie: Wo willst du erscheinen?
Ein zentraler Denkfehler bei AI SEO: Unternehmen wollen „in der KI erscheinen“, ohne zu definieren, in welcher. ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude, Copilot, all diese Modelle arbeiten zwar auf ähnlicher Basis, gewichten Quellen jedoch unterschiedlich.
Empfehlung: Erst definieren, welches Modell die eigene Zielgruppe tatsächlich nutzt, dann gezielt in diesem Kanal messen und optimieren.
Ein einfacher Selbsttest für AI SEO
- Denselben Prompt in ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude eingeben
- Antworten und genannte Quellen vergleichen
- Notieren, welche Wettbewerber erscheinen und auf welchen Portalen diese gelistet sind
- Eigene Ausgangslage dokumentieren
„AI-Visibility ist ein eigener Kanal. Den muss man auf Sinnhaftigkeit durchleuchten und dann gucken, wo man reingeht.“
— Antonio Blago
KI-Sichtbarkeit durch Markenaufbau und Reputation
KI-Modelle trainieren auf riesigen Mengen Textdaten aus dem Internet, darunter Bewertungsportale, Fachforen und Presseartikel. Das macht Online-Reputation zu einem direkten Signal für KI-Sichtbarkeit.
Plattformen wie Trustpilot, Proven Expert oder das Google Unternehmensprofil werden von ChatGPT und Co. ausgewertet. Wer dort positiv bewertet wird, erhöht die Wahrscheinlichkeit, als vertrauenswürdige Quelle zitiert zu werden.
Konkrete Maßnahmen für bessere KI-Sichtbarkeit:
- Aktiv um Bewertungen auf einschlägigen Portalen bitten
- Konsistenten Marken-Claim auf allen Plattformen verwenden
- Presseartikel und Erwähnungen anstreben
- Strukturierte Unternehmensbeschreibungen mit Keyword-Fokus auf Portalen pflegen
„Diese Modelle haben das Wissen der Welt – aber noch nicht deinen Ruf. Wie du wahrgenommen wirst, das müssen sie noch aus dem Netz holen.“
— Jörg Zimmer
SEO ChatGPT: Prompts als Messinstrument
Wer SEO für ChatGPT betreiben will, braucht zunächst eine Ausgangsmessung. Da es noch keine offizielle „AI Search Console“ gibt, helfen manuelle Prompts als Basis.
So funktioniert Prompt-Tracking für SEO ChatGPT:
- Relevante Prompts identifizieren: Welche Fragen stellt die Zielgruppe? (z. B. „Wer ist der beste SEO-Freelancer in Berlin-Spandau?“)
- Prompts dokumentieren: In einer Tabelle oder einem Dokument festhalten
- Antworten und Quellen notieren: Wer wird genannt? Welche Portale werden als Quellen angegeben?
- Maßnahmen ableiten: Auf welchen Quell-Plattformen ist man noch nicht vertreten?
- Regelmäßig wiederholen: Nach 3, 6 und 12 Monaten erneut messen
„Die Prompts, wo du erscheinen möchtest und nicht drin bist – die würde ich mir wegspeichern. Um dann später zu sehen: Hat die Maßnahme was gebracht?“
— Jörg Zimmer
GEO SEO mit externen Datenquellen stärken
Einer der wertvollsten Praxistipps aus unserem Gespräch betrifft externe Datenbanken. Bei der Analyse, welche Quellen ChatGPT für bestimmte Anfragen nutzt, tauchen überraschende Plattformen auf.
Quicktipp: PDF-Datenbank Scribd
Das Dokumentenportal Scribd ist eine offene Plattform, auf der jedermann PDFs hochladen kann. ChatGPT verweist bei bestimmten Anfragen explizit auf Scribd-Inhalte.
Was das für GEO SEO bedeutet:
- Vorhandene PDFs (Whitepaper, Leitfäden, Kataloge) auf Scribd hochladen
- Erhöht die Chance, als Quelle in KI-Antworten zitiert zu werden
- Besonders relevant für B2B-Unternehmen mit umfangreichen Dokumentationen
Weitere empfehlenswerte Quellen für GEO SEO:
- Stadtportale und lokale Verzeichnisse
- Branchenspezifische Fachportale
- Wikipedia und Wikidata
- Schema.org-konforme Strukturdaten
YouTube-Videos für AI-Training freigeben: Ja oder Nein?
Im YouTube Studio gibt es unter Kanal → Erweiterte Einstellungen eine kaum bekannte Option: die Freigabe eigener Videoinhalte für das Training von KI-Modellen. Standardmäßig deaktiviert, lässt sie sich manuell aktivieren, mit Auswahl der Anbieter (OpenAI, Perplexity, Apple, Amazon u. a.).
Pro und Contra auf einen Blick:
| Argumente für die Freigabe | Argumente dagegen |
|---|---|
| Höhere Chance, als Quelle zitiert zu werden | Keine Vergütung für die Nutzung |
| Mehr Präsenz in KI-Trainingsdaten | Unbekannte Verwendung der Daten |
| Stimme und Inhalte werden bekannter | Risiko unkontrollierter Nutzung |
| Potenzieller Wettbewerbsvorteil | Schwer messbar |
„Ich hatte gedacht, dass alle sofort sagen: Ja, mach das an! Aber zwei von drei Kunden haben es abgelehnt.“
— Jörg Zimmer
Analytics: ChatGPT-Traffic heute schon messen
Auch ohne dedizierte KI-Konsole lässt sich ChatGPT-Traffic bereits in Google Analytics sichtbar machen. Als Referrer erscheint chatgpt.com.
So misst man AI-Traffic in Google Analytics:
- In GA4 unter Akquisition → Traffic-Quellen nach
chatgpt.comfiltern - Eigenes Dashboard für AI-Referrer anlegen (inkl. Perplexity, Bing Copilot)
- Conversions aus diesen Quellen separat tracken
Aus der Praxis: Bei einem Kunden konnte Jörg eine tatsächliche Buchung nachweisen, die über ChatGPT zustande kam, ein kleines, aber reales Signal.
„Der Anteil ist winzig – vielleicht 1 % des Umsatzes. Aber es ist nicht Nonsens. Es gibt ihn.“
— Jörg Zimmer
Informative Keywords in der GEO-SEO-Welt
Laut Sistrix-Daten (SEO Campixx 2026) erscheinen Google AI Overviews stand Juni 2026 erst bei ca. 25 % aller Keywords. Der Wandel läuft also noch.
Content-Strategie im Zeitalter von GEO SEO:
- Rein informative Keywords verlieren absehbar an Klick-Traffic
- Transaktionale und kommerzielle Keywords bleiben vorerst beim klassischen SEO
- Informativer Content hat weiterhin Wert, als Grundlage für Customer Journey und als Knowledge Base für KI-Modelle
- Priorität sollte bei Inhalten liegen, die Kaufentscheidungen beeinflussen
„Jemand, der nach ‚Was ist SEO?‘ sucht, ist kein Käufer. Den informativen Traffic geben wir wahrscheinlich ab – und das ist okay.“
— Jörg Zimmer
GEO SEO als eigenen Kanal budgetieren
GEO SEO ist kein Feature, das man einfach beim normalen SEO mitmacht. Es ist ein eigenständiger Kanal mit eigenem Ressourcenbedarf:
- Prompts tracken und analysieren kostet Zeit
- Externe Portale befüllen ist zusätzliche Arbeit
- Tools für AI-Tracking (SE Ranking, Sistrix) kosten Geld
- Pressearbeit und Markenaufbau erfordern eigene Expertise
„Wenn jemand zu mir kommt und sagt, ich will GEO-Optimierung, dann ist das ein separater Baustein. Das mache ich nicht einfach beim normalen SEO mit.“
— Jörg Zimmer
Key Takeaways
- ✅ Ruhe bewahren: GEO SEO ist kein Notfall, wer jetzt die Grundlagen legt, ist gut aufgestellt
- ✅ SEO-Basics zuerst: Ohne Crawlability, NAP-Daten und Seitenstruktur ist Generative Engine Optimization wirkungslos
- ✅ Ausgangslage messen: Sichtbarkeit in KI-Modellen mit manuellen Prompts dokumentieren
- ✅ Kanal definieren: Auf ein KI-Modell fokussieren, statt überall mitzumachen
- ✅ Reputation aufbauen: Bewertungen auf Trustpilot, Google & Co. sind direkte KI-Signale
- ✅ Externe Quellen bespielen: PDFs auf Scribd, Stadtportale pflegen, Presseartikel anstreben
- ✅ Analytics nutzen: ChatGPT-Referrer in Google Analytics heute schon sichtbar machen
- ✅ AI SEO als eigenen Kanal budgetieren: Nicht als kostenlosen Zusatz betrachten
Fazit
Ich habe aus dem Gespräch mit Jörg einiges mitgenommen. GEO SEO ist keine Revolution, die alles bisher Gelernte über den Haufen wirft. Es ist eine natürliche Erweiterung des digitalen Marketings, aufgebaut auf denselben Grundprinzipien, die gutes SEO immer ausgemacht haben: relevante Inhalte, technische Sauberkeit, starke Marke und echte Nutzerzufriedenheit.
Wer jetzt strukturiert vorgeht, seine Ausgangslage misst und erste Experimente startet, wird in sechs bis zwölf Monaten einen klaren Vorsprung haben. Wer blind dem nächsten Hype folgt, verbrennt Ressourcen ohne messbare Ergebnisse.
Mein Rat: Fangt klein an. Macht eure SEO-Hausaufgaben. Messt eure aktuelle KI-Sichtbarkeit. Und dann, Schritt für Schritt, baut den neuen Kanal auf. Wenn du die ganze Unterhaltung hören willst, hör dir die Folge an.
Du willst wissen, wie sichtbar deine Website aktuell in KI-Modellen ist?
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FAQ: Häufige Fragen zu GEO SEO und KI-Sichtbarkeit
Was bedeutet GEO SEO genau?
GEO SEO kombiniert klassische Suchmaschinenoptimierung mit Generative Engine Optimization. Das Ziel: nicht nur in Google-Suchergebnissen sichtbar sein, sondern auch von KI-Systemen wie ChatGPT oder Perplexity als relevante Quelle erkannt und zitiert werden. Die Grundprinzipien beider Disziplinen überlappen sich zu etwa 70 %.
Was ist der Unterschied zwischen GEO SEO und klassischem SEO?
Klassisches SEO optimiert Inhalte für Suchmaschinen, die eine Liste von Links ausgeben. GEO SEO zielt zusätzlich darauf ab, von generativen KI-Systemen als Quelle in direkten Antworten zitiert zu werden. GEO erfordert zusätzliche Maßnahmen wie Reputation-Building, Datenpflege auf externen Portalen und strukturierte Inhalte für KI-Crawler.
Wie kann ich meine Website für KI optimieren ohne großes Budget?
Starte mit den Basics: technisches SEO prüfen, NAP-Daten auf allen Portalen synchronisieren, Google Unternehmensprofil aktualisieren und Bewertungen aktiv sammeln. Führe dann manuelle Prompts in ChatGPT und Perplexity durch, um deine aktuelle KI-Sichtbarkeit zu messen. Lade vorhandene PDFs auf Scribd hoch. Diese Maßnahmen kosten primär Zeit, keine großen Budgets.
Wie funktioniert SEO für ChatGPT konkret?
SEO für ChatGPT basiert auf denselben Grundlagen wie klassisches SEO: technisch einwandfreie, crawlbare Websites, konsistente Unternehmensdaten, starke Online-Reputation und qualitativ hochwertige Inhalte. Zusätzlich hilft die Präsenz auf Plattformen, die ChatGPT als Quellen nutzt, darunter Scribd, Bewertungsportale und Branchenverzeichnisse. Regelmäßige manuelle Prompts helfen dabei, den Fortschritt zu messen.
Wie messe ich meine KI-Sichtbarkeit ohne spezielle Tools?
Der einfachste Einstieg: Frag ChatGPT, Perplexity und Gemini nach deinem Unternehmen, deinen Produkten und typischen Kundenfragen. Dokumentiere die Antworten und genannten Quellen in einer Tabelle. In Google Analytics kannst du heute schon den Referrer-Traffic von chatgpt.com filtern und auswerten. Tools wie SE Ranking oder Sistrix bieten darüber hinaus erste dedizierte AI-Tracking-Funktionen.
Muss ich sofort mit GEO SEO beginnen?
Nein, aber strukturiert vorgehen lohnt sich jetzt. Google hält nach wie vor rund 90 % des Suchmarkts, KI-Modelle haben noch einen geringen Marktanteil. Wichtiger ist es zunächst, SEO-Grundlagen zu festigen und dann parallel erste GEO-SEO-Experimente mit klarer Messung zu starten. Wer ohne Strategie und Ausgangsmessung handelt, verschwendet Ressourcen.
Sind Bewertungen auf Google und Trustpilot relevant für GEO SEO?
Ja, direkt. KI-Modelle trainieren auf öffentlich verfügbaren Textdaten, darunter Bewertungsportale. Positiv bewertete Unternehmen mit konsistenter Online-Reputation werden mit höherer Wahrscheinlichkeit als vertrauenswürdige Quelle erkannt und zitiert. Bewertungspflege ist damit sowohl eine klassische Local-SEO-Maßnahme als auch ein direktes Signal für bessere KI-Sichtbarkeit.
Zum Original-Podcast
Dieser Artikel basiert auf der Episode „Folge 5: Was ist dran an AI SEO oder GEO? Mit SEO-Experten Jörg Zimmer“ aus dem Podcast Behind the Scenes in Marketing mit Host Antonio Blago.
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