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  • Strategie 2026: Entitäten SEO & Knowledge Graph Experte Maximilian D. Muhr im Gespräch mit Antonio Blago

  Minuten Lesedauer verbleibend

März 23, 2026

Entitäten SEO, KGMID Google, Knowledge Graph, Moderne Suchmaschinenoptimierung, SEO Entitäten
Entitäten SEO mit Maximilian D. Muhr

Zusammenfassung mit einem Klick


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Wer heute noch SEO ausschließlich mit Keywords und Backlinks gleichsetzt, arbeitet nach einem Modell, das Google seit Jahren schrittweise überwindet. Entitäten SEO, der Google Knowledge Graph und AI-gestützte Suche haben die Spielregeln grundlegend verändert. Viele Unternehmen haben das noch nicht wirklich verstanden.

Ich habe mich mit Maximilian D. Muhr zusammengesetzt, weil mich das Thema schon länger beschäftigt. Maximilian ist einer der wenigen im deutschsprachigen Raum, die Entitäten SEO wirklich in der Tiefe kennen. Er blickt auf über 20 Jahre Praxiserfahrung zurück: von den frühen SEO-Jahren bei BILD über Stationen bei Urlaubspiraten, Everdrop und dem internationalen Medienkonzern Ringier bis hin zur Entwicklung seines eigenen Tools auf poliSYS.de. Was als Knowledge Graph Monitoring begann, ist mittlerweile zu einer Plattform für Agentic AI Entitäten Optimierung geworden.

Was dabei rausgekommen ist: eine praxisnahe Analyse davon, wie Suchmaschinen heute wirklich denken und was das konkret für Unternehmen, Marken und SEO-Verantwortliche bedeutet.


Zum Video:


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Vom Keyword-Denken zur Entität: Wie Google das Suchen neu erfunden hat

Was ist eigentlich der Google Knowledge Graph?

Der Google Knowledge Graph ist eine riesige Wissensdatenbank, die Google seit 2012 kontinuierlich aufbaut. Sie enthält keine simplen Textdokumente, sondern strukturierte Entitäten: klar definierte Objekte der realen Welt wie Personen, Unternehmen, Orte, Produkte oder Ereignisse.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Keyword-Matching: Eine Entität hat eine eindeutige Identität, unabhängig davon, wie sie geschrieben wird. Das Wort „Apache“ kann einen Server, einen Hubschrauber oder einen Indianer beschreiben. Eine Entität hingegen ist eindeutig zugeordnet. Sie hat eine feste ID im Knowledge Graph, die sogenannte KGMID (Knowledge Graph Machine Identifier). Für die moderne Suchmaschinenoptimierung ist diese Unterscheidung entscheidend.

„In den Anfängen von Google war alles sehr keyword-gesteuert. Du konntest nicht genau wissen, was gemeint ist, wenn „Apache“ gesucht wurde. Das konnte ein Server sein, ein Hubschrauber oder ein Indianer. Durch das Thema Entitäten kann es mehrere Dinge geben, die prinzipiell gleich geschrieben werden, aber eine andere Bedeutung haben, weil sie ein festes Set sind.“
— Maximilian D. Muhr

Für Unternehmen bedeutet das: Nicht mehr nur der Text auf der eigenen Website entscheidet über Sichtbarkeit. Die eigentliche Frage ist, ob und wie Google eine Marke als klar definierte Entität versteht und einordnet.

SEO Entitäten vs. Large Language Models: Was ist der Unterschied?

Ein häufiges Missverständnis: Sind LLMs wie ChatGPT dasselbe wie ein Knowledge Graph? Maximilian hat das im Gespräch klar auseinandergenommen.

Frühe Versionen von Sprachmodellen basierten primär auf statistischer Wahrscheinlichkeit, sie erraten das nächstwahrscheinliche Wort. Neuere Systeme mit Reasoning, RAG (Retrieval Augmented Generation) oder strukturiertem Wissen brauchen Knowledge-Graph-Strukturen, um Bedeutungen und Verknüpfungen korrekt abzubilden.

„Knowledge-Systeme sind eher jetzt relevant für die moderneren Systeme, die versuchen, dem Ganzen eine Bedeutung zu geben und einen Bedeutungsraum oder Verknüpfungen zu anderen Entitäten zu entwerfen.“
— Maximilian D. Muhr

Sowohl Google als auch moderne AI-Suchsysteme wie Perplexity, ChatGPT oder Bing arbeiten heute entitätsbasiert. Wer dort sichtbar sein will, muss als Entität erkennbar sein.


Lektionen aus 20 Jahren SEO-Praxis: Von BILD bis zur globalen Entitäten-Optimierung

Frühe Strukturen bei BILD: Der Vorläufer des Knowledge Graphs

Maximilian hat seine SEO-Karriere 2008 bei BILD begonnen, in einer Zeit, in der SEO noch weitgehend Handarbeit bedeutete. Was dabei rückblickend interessant ist: Die Redaktion baute damals bereits eine Art Taxonomie, die konzeptionell dem ähnelt, was Google heute als Knowledge Graph bezeichnet.

Inhalte wurden nicht nur mit freien Schlagworten versehen, sondern in einem kontrollierten Vokabular aus Personen, Orten und Ereignissen strukturiert. Neue Knoten, also neue Entitäten, durften Redakteure nicht einfach selbst anlegen. Es gab eine zentrale Prüfstelle, die sicherstellte, dass keine Duplikate entstanden.

„Diese Taxonomie war ein extrem spannendes Projekt. Man konnte eine Themenseite bauen mit allen Artikeln, wo Person A und Person B verknüpft waren. Das war schon so ein bisschen ein Vorläufer von dem, was man heute auch als Knowledge Graph sieht.“
— Maximilian D. Muhr

Was Unternehmen daraus lernen können: Konsistenz und Kontrolle über Begriffe und Bezeichnungen sind keine bürokratische Kleinigkeit. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass Maschinen Inhalte korrekt zuordnen können.

Entitäten SEO für internationale Märkte: Das Ringier-Beispiel

Richtig spannend wurde es, als Maximilian von seiner Zeit bei Ringier erzählt hat. Als Associate Director Marketing im Bereich Classifieds war er mitverantwortlich für international führende Marktplatz-, Job- und Immobilienportale. Als Google die Search Generative Experience (SGE, heute AI Overviews) ankündigte, stellte sich die Frage: Wie positioniert man Unternehmen so, dass sie von KI-Suchen bevorzugt empfohlen werden?

Am Beispiel des kenianischen Immobilienportals BuyRentKenya hat Maximilian den Prozess erklärt:

  1. Name vereinheitlichen: Der Unternehmensname war in verschiedenen Schreibweisen im Umlauf. Erster Schritt: eine einzige, klar definierte Schreibweise festlegen, konsistent über alle Plattformen.
  2. Positionierung schärfen: Im kenianischen Immobilienmarkt ist Vertrauen ein zentrales Thema, da Betrug weit verbreitet ist. Die strategische Positionierung als „Trusted Real Estate Company“ wurde als klarer Nutzenvorteil definiert.
  3. Beschreibung im Knowledge Graph beeinflussen: Im Knowledge Panel erscheint neben dem Unternehmensnamen eine kurze Typenbezeichnung. Diese lässt sich durch konsistente Signale gezielt steuern.

Mit dem kostenlosen „poliSYS Entity Discover Tool“ kann jeder einen Suchbegriff z.B. „BuyRentKenya“ oder „Semrush“ und eine Sprache z.B. „Englisch“ auswählen und dann sehen ob Google die Entität nur als „Company“ bezeichnet oder vielleicht die Beschreibung „Real Estate Company“ oder „Search Engine Marketing Company“ heißt, eine exaktere Zuordnung ist ein großer Erfolg.

Semrush Entitaetensuche im poliSYS Entity Discover Tool
Beispiel: Semrush wird im poliSYS Entity Discover Tool als „Search Engine Marketing Company“ erkannt
BuyRentKenya Entitaetensuche im poliSYS Entity Discover Tool
Beispiel: BuyRentKenya wird als „Trusted Real Estate Company“ im Knowledge Graph gefuehrt

SEO 2026 Trends: Zero-Click-Searches und der Rückgang organischen Traffics

Warum klassische Traffic-Modelle nicht mehr funktionieren

Einer der wichtigsten SEO 2026 Trends betrifft den dramatischen Rückgang der organischen Klickrate. Wer noch auf Traffic-Volumen als primäre SEO-Kennzahl setzt, muss umdenken. Die durchschnittliche CTR für Platz 1 liegt heute in vielen Branchen nicht mehr bei 30 %, wie ältere Studien suggerierten, sondern bei gerade einmal 5 bis 8 %.

Der Grund: Google beantwortet immer mehr Suchanfragen direkt in den Suchergebnissen, über Knowledge Panels, Featured Snippets, AI Overviews und andere SERP-Features. Das klassische Geschäftsmodell „viel Traffic, viele Banneranzeigen, Umsatz“ funktioniert so nicht mehr.

„Das Businessmodell traffic von Google über TKP und Banner-Impressions zu vermarkten wird so nicht mehr funktionieren. Google ist nicht mehr die Trafficschleuder, die Millionen von SEO-Visits auf die Webseite spült.“
— Maximilian D. Muhr

Was das bedeutet: Unternehmen müssen SEO neu denken. Es geht nicht mehr darum, möglichst viel Traffic zu generieren. Es geht darum, an möglichst vielen relevanten Touchpoints als vertrauenswürdige Entität präsent zu sein, auch dann, wenn kein Klick stattfindet.

AI-Suche als neue Realität in der modernen Suchmaschinenoptimierung

Maximilian nutzt selbst zunehmend Systeme wie Perplexity, ChatGPT und Claude. Wir haben im Gespräch auch über unser eigenes verändertes Suchverhalten geredet, und ich mache da keine Ausnahme. Moderne Suchmaschinenoptimierung bedeutet deshalb: nicht nur für Google optimieren, sondern für das gesamte Ökosystem KI-gestützter Suche.

„Ich finde es gut wenn die User-Journey leichter wird und sehe dass sich ändert wie Menschen zu Kaufentscheidungen kommen. Es ist legitim wenn Google und andere Fragen direkt beantworten, wir sollten da jetzt nicht trauern, dass früher mehr Klicks waren, sondern uns den Gegebenheiten im Online Marketing anpassen.“
— Maximilian D. Muhr

Für Unternehmen bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr nur „Ranke ich auf Seite 1?“, sondern: „Werde ich von KI-Systemen als relevante, vertrauenswürdige Quelle empfohlen?“


Brand-Signale, Digital PR und Reputation: Der unterschätzte SEO-Hebel

Wie TV-Auftritte und Influencer-Kampagnen das Ranking beeinflussen

Einer der überraschendsten Punkte aus Maximilian‘ Karriere: Brand Searches, also direkte Suchanfragen nach einem Markennamen, haben einen messbaren, positiven Effekt auf organische Rankings.

Bei Urlaubspiraten hat das Team das empirisch getestet. Ein TV-Auftritt einer HR-Leiterin in einer Fernsehshow führte in den Werbepausen zu einer spürbaren Trafficzunahme mit hohem Anteil an Brand-Suchanfragen. Die Folge war ein temporärer Rankingschub für die gesamte Domain.

Ähnliche Effekte wurden bei WhatsApp-Newslettern beobachtet. Wenn Deals über diesen Kanal gepusht wurden, führte der daraus resultierende direkte Traffic nachweislich zu besseren Rankings der verlinkten Seiten.

„Wenn du extrem präsent bist mit deiner Marke, egal ob im Fernsehen oder in Zeitungen oder sonst wo, und das dazu führt, dass Leute Brand Searches machen – dann merkt Google das, sieht bestimmte Themen und bestimmte Brands in der Kombination und das pusht.“
— Maximilian D. Muhr

Praktischer Tipp: Unternehmen sollten ihre eigene Community, ihren Newsletter oder ihre Social-Media-Kanäle aktiv dazu nutzen, Brand Searches anzuregen. Ich mache das selbst so: Ich empfehle meinen Followern, einfach nach meinem Namen oder dem Markennamen zu googeln. In der Google Search Console sieht man, dass das wirkt.

Reputation ist ein Entitäten-SEO-Faktor

Maximilian ist da noch einen Schritt weitergegangen. Google und AI-Suchen werten nicht nur das aus, was Unternehmen auf ihrer eigenen Website kommunizieren. Sie analysieren auch:

  • Bewertungen auf Plattformen wie Trustpilot, Google Maps, Kununu oder Glassdoor
  • Erwähnungen in Foren und auf Reddit
  • Ton und Sentiment von Presseberichten
  • Community-Diskussionen in Social Media

„Google ist da extrem stark geworden, das Sentiment auszuwerten. Es geht nicht um die Anzahl von Brand-Mentions und Bewertungen. Es kommt nicht nur darauf an, was man auf der eigenen Webseite schreibt. Vielmehr entscheidet das Gesamtbild auf allen indexierten URLs, deshalb sollten Unternehmen genau beobachten und beeinflussen wo und in welcher Weise über sie und ihre Produkte geschrieben und gesprochen wird.“
— Maximilian D. Muhr

Negative Einträge auf Bewertungsplattformen oder unbeantwortete Beschwerden in Foren sind damit nicht nur ein Reputationsproblem. Sie sind ein Entitäten-SEO-Problem.


Die praktische Entitäten SEO Checkliste: Was Unternehmen jetzt tun sollten

Aus seiner Erfahrung hat Maximilian einen klaren Prozess destilliert, den Unternehmen jeder Größe umsetzen können:

Schritt 1: Schreibweise des Unternehmensnamens klären

Klingt trivial, ist es aber nicht. Maximilian empfiehlt den „Rundgang durch die Abteilungen“: Marketing, Buchhaltung, IT, Social Media, überall tauchen oft unterschiedliche Schreibweisen des eigenen Unternehmensnamens auf.

Empfehlung: Die Schreibweise aus dem Handelsregister verwenden (inklusive Rechtsform wie GmbH) und diese als verbindlichen Standard für alle internen und externen Kommunikationsmittel festlegen.

Schritt 2: Positionierung schärfen

Was macht das Unternehmen? Für wen? Welches Problem löst es? Diese Positionierung sollte prägnant, auf den Punkt und klar auf ein Kundenbedürfnis ausgerichtet sein, nicht auf Marketing-Sprache.

Warum das wichtig ist: Im Knowledge Panel erscheint neben dem Unternehmensnamen eine kurze Typbezeichnung. Wer hier nur „Company“ stehen hat, verschenkt Potenzial. Wer dort „Trusted Real Estate Company“ oder „Search Engine Marketing Company“ liest, hat bereits eine klare Botschaft platziert.

Schritt 3: Einheitliche Profile auf relevanten Plattformen aufbauen

Eine konsistente Präsenz auf allen relevanten Plattformen ist entscheidend. Dazu gehören:

  • Branchenverzeichnisse: Google Maps, Apple Maps, Bing Places, Waze
  • Soziale Netzwerke: LinkedIn, Facebook, Instagram, YouTube, GitHub (je nach Branche)
  • Bewertungsportale: Trustpilot, Kununu, Glassdoor, Google Reviews
  • Wissensdatenbanken: Wikipedia/Wikidata (falls relevant und belegbar)
  • Handelsregister: Eingetragene Unternehmensbeschreibung nutzen

Wichtig: Nicht nur Profile anlegen, sondern überall dieselbe Beschreibung, dieselbe Schreibweise und dieselben Kerninformationen verwenden.

Schritt 4: Strukturierte Daten auf der eigenen Website

Auf der eigenen Website sollten Schema.org-Markierungen eingesetzt werden, die das Unternehmen als Entität beschreiben, inklusive Gründungsdatum, Gründerpersonen, Standort und Kernangebot. Eine gut gepflegte About-Us-Seite sowie ein vollständiges Impressum sind dabei unverzichtbar.

Schritt 5: Entitäten verknüpfen

In allen Beschreibungen, auf der Website, in Profilen, in Pressetexten, sollten relevante Entitäten explizit genannt werden: „Gegründet von [Person] im Jahr [Jahr] in [Stadt].“ Das hilft Maschinen, die Entität korrekt einzuordnen und mit anderen bekannten Entitäten zu verknüpfen.

„Einfache Sätze mit Subjekt, Prädikat und Objekt, sind optimal für das automatisierte Extrahieren von Entitäten und Beziehungen. Wenn ein Satz zu kompliziert ist, kann die Bedeutung verloren gehen.“
— Maximilian D. Muhr


KGMID Google: Die eindeutige Identität deiner Marke im Knowledge Graph

Die KGMID Google (Knowledge Graph Machine Identifier) ist der Schlüssel zur Entitäten-Optimierung. Jede Entität im Knowledge Graph besitzt eine solche eindeutige ID, vergleichbar mit einer Personalausweisnummer für Marken, Personen und Orte im Web.

Wer seine KGMID kennt, kann:

  • Änderungen überwachen: Sobald Google die Beschreibung, den Namen oder andere Attribute einer Entität anpasst, lässt sich das durch Monitoring der KGMID sofort erkennen.
  • Konsistenz prüfen: Ein Vergleich der Entitätsbeschreibung in verschiedenen Sprachen und Regionen zeigt, ob Inkonsistenzen vorliegen.
  • Gezielte Optimierung messen: Verändert sich die Beschreibung im Knowledge Panel nach einer Optimierungsmaßnahme? Die KGMID macht das nachvollziehbar.

Für deutschsprachige Nutzer ist die einfachste Möglichkeit zur KGMID-Abfrage das „poliSYS Entity Discover Tool“ unter: polisys.de/tools/entity/. Technisch versierte Nutzer können natürlich auch über einen eigenen API Key direkt die Google Knowledge Graph API abfragen und die Ergebnisse lokal speichern und auswerten. So machen das wohl die meisten SEO-Profis bereits.


Das Entitäten-Tool poliSYS: Entität erkennen, monitoren und stärken

Maximilian hat seine Erkenntnisse in ein eigenes Tool gegossen: poliSYS (polisys.de). Das Tool richtet sich an SEO-Profis, Agenturen und Unternehmen, die ihre Entitäten SEO strukturiert angehen wollen.

Was poliSYS kann

1. Entitäten-Suche (kostenlos)
Über die Google Knowledge Graph API lässt sich prüfen, ob ein Unternehmen, eine Person oder eine Marke überhaupt als Entität im Knowledge Graph erfasst ist und wie diese in verschiedenen Sprachen beschrieben wird. Regionale Unterschiede, zum Beispiel deutsche vs. englische Abfrage, können dabei relevante Abweichungen zeigen.

2. Entitäten-Monitoring (kostenlos)
Sobald eine KGMID bekannt ist, kann das Tool die Entität regelmäßig überwachen. Bei Änderungen an Beschreibung, Name oder anderen Attributen erhalten Nutzer automatisch eine E-Mail-Benachrichtigung.

3. Entitäten-Boost (kostenpflichtig)
Das erste kostenpflichtige Produkt richtet sich an deutsche Kapitalgesellschaften. Es umfasst ein detailliertes Onboarding (bis zu 300 Parameter, teils automatisch aus APIs befüllt) und sorgt anschließend für ein konsistentes Eintragen der Unternehmensinformationen auf über 50 relevanten Plattformen.

Das Produkt ist auch als White Label für Agenturen verfügbar. Diese können den Boost für ihre Kunden einkaufen, die Einträge dokumentiert erhalten und das Ergebnis als Teil ihrer eigenen SEO-Strategie ausliefern.


EEAT, Autoren-Entitäten und die Qualität von Inhalten

Ein Thema, das im Gespräch mit Maximilian eine wichtige Rolle gespielt hat: EEAT, das Google-Konzept aus Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Es verbindet die Qualität von Inhalten direkt mit der Entität des Autors und ist ein zentrales Element moderner Suchmaschinenoptimierung.

Wie Maximilian den Wandel weg vom reinen Content-Volumen hin zu echter, nachweisbarer Erfahrung beschrieben hat:

„Du hast einen Autor, der hat das Produkt vielleicht sogar schon mal benutzt, der hat vielleicht schon mal echte Erfahrungen damit gemacht. Der sagt nicht einfach nur, das ist ein Produkt und man könnte es dafür nutzen, sondern: Ich habe dieses Produkt drei Monate lang getestet, Vor- und Nachteile, Alternativen. Diese Echtheit der Erfahrung – das finde ich sehr spannend.“
— Maximilian D. Muhr

Was das für Content-Strategie bedeutet:
Autoren als Entitäten aufbauen (eigene Profilseiten, Social-Media-Präsenz, Verknüpfung mit Artikeln), echte Erfahrungsberichte statt generischer Produktbeschreibungen und Transparenz über Expertise und Hintergrund der Autoren.


Key Takeaways: Was Entitäten SEO 2026 bedeutet

Die wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Gespräch kompakt zusammengefasst:

  • Entitäten SEO ist die neue Grundlage: Suchmaschinen und AI-Systeme denken in Entitäten, nicht in Keywords. Wer nicht als klare Entität erkennbar ist, verliert Sichtbarkeit.
  • Konsistenz ist King: Eine einheitliche Schreibweise des Unternehmensnamens auf allen Plattformen ist der erste und wichtigste Schritt jeder SEO Entitäten-Optimierung.
  • KGMID Google aktiv nutzen: Die Knowledge Graph Machine Identifier sollte bekannt sein und regelmäßig auf Änderungen überwacht werden.
  • Knowledge Panel aktiv gestalten: Die Typenbezeichnung im Knowledge Panel lässt sich durch konsistente Signale beeinflussen und sollte das Kernversprechen des Unternehmens widerspiegeln.
  • Brand Searches sind ein Rankingfaktor: PR-Maßnahmen, TV-Auftritte, Influencer-Kampagnen und Newsletter, die Brand Searches auslösen, haben einen messbaren positiven Effekt auf SEO.
  • Reputation ist SEO: Bewertungen, Foren-Erwähnungen und Sentiment auf Drittplattformen werden von Google und AI-Suchen ausgewertet.
  • CTR ist dramatisch gesunken: Realistische Werte in vielen Branchen liegen heute bei 5 bis 8 %, ein zentraler SEO 2026 Trend.
  • Positionierung vor Optimierung: Erst eine klare, kundenbedürfnisgetriebene Positionierung finden, dann diese konsequent überall verbreiten.

Fazit: Entitäten SEO ist modernes Identitätsmanagement

Ich nehme aus dem Gespräch mit Maximilian vor allem eines mit: Moderne Suchmaschinenoptimierung ist kein technisches Handwerk mehr, das allein auf Keywords und Backlinks basiert. Entitäten SEO ist Identitäts- und Reputationsmanagement für die digitale Welt.

Wer möchte, dass Google, Perplexity, ChatGPT und andere AI-Systeme eine Marke korrekt verstehen, einordnen und empfehlen, muss diese Marke als klare, konsistente und vertrauenswürdige Entität im gesamten Internet verankern. Das beginnt mit der Schreibweise des Unternehmensnamens und endet bei der Pflege von Kundenbewertungen auf Drittplattformen.

Die gute Nachricht: Viele dieser Maßnahmen sind keine Raketenwissenschaft. Sie erfordern Konsequenz, Systematik und die Bereitschaft, SEO Entitäten als ganzheitliche Disziplin zu verstehen, nicht als Sammlung von technischen Tricks.

„Eine klare Positionierung finden, rausfinden, was das Unternehmen eigentlich anbietet – und das dann sehr konsequent auf möglichst vielen verschiedenen Webseiten, die als Quellen genutzt werden können, zu verbreiten. Idealerweise auch in journalistischen Artikeln.“
— Maximilian D. Muhr, auf die Frage nach dem wichtigsten SEO-Tipp für 2026

Jetzt handeln: Prüfe noch heute, ob dein Unternehmen im Google Knowledge Graph vertreten ist und wenn ja, wie es dort beschrieben wird. Das kostenlose Tool von Maximilian unter polisys.de ist dafür ein guter Ausgangspunkt.


Maximilian D. Muhr

Contributor

Maximilian D. Muhr

Maximilian D. Muhr ist Experte für Entitäten SEO und Gründer von poliSYS. Mit über 20 Jahren Erfahrung bei BILD, Urlaubspiraten, Everdrop und Ringier entwickelt er Strategien zur Optimierung von Marken im Google Knowledge Graph.

polisys.de  |  LinkedIn

FAQ: Entitäten SEO und Knowledge Graph

Was ist Entitäten SEO und warum ist es wichtig?
Entitäten SEO bezeichnet die Optimierung einer Marke, Person oder eines Unternehmens als klar definierte Entität im Google Knowledge Graph. Anstatt sich nur auf Keywords zu konzentrieren, geht es darum, dass Suchmaschinen und KI-Systeme eine Marke eindeutig erkennen, korrekt einordnen und vertrauenswürdig einstufen. Entitäten SEO ist wichtig, weil moderne Suche, inklusive AI Overviews und Perplexity, entitätsbasiert funktioniert.

Was ist eine KGMID bei Google?
Die KGMID Google (Knowledge Graph Machine Identifier) ist die eindeutige ID, die Google jeder Entität im Knowledge Graph zuweist, vergleichbar mit einer digitalen Personalausweisnummer. Wer seine KGMID kennt, kann die eigene Entität gezielt überwachen und Änderungen an der Darstellung im Knowledge Panel nachverfolgen. Tools wie poliSYS (polisys.de) ermöglichen die einfache Abfrage und das laufende Monitoring.

Wie finde ich heraus, ob mein Unternehmen im Google Knowledge Graph erfasst ist?
Die einfachste Methode: Den Unternehmensnamen bei Google suchen und prüfen, ob rechts ein Knowledge Panel erscheint. Alternativ lässt sich die Google Knowledge Graph API direkt abfragen. Alle drei poliSYS Tools sind online verfügbar unter polisys.de/tools/ und vereinfachen diesen Prozess erheblich. Sie ermöglichen auch das regelmäßige Monitoring von Änderungen an der eigenen Entität.

Welche SEO 2026 Trends sollten Unternehmen kennen?
Die wichtigsten SEO 2026 Trends sind: der weitere Rückgang der organischen CTR durch Zero-Click-Searches (realistisch 5 bis 8 % auf Platz 1), die zunehmende Bedeutung von AI Overviews und KI-gestützten Suchen, der Aufstieg von Entitäten SEO als Alternative zum reinen Keyword-Fokus sowie die wachsende Rolle von Reputation und Brand Signals als direkte Rankingfaktoren.

Was sollten Unternehmen tun, die noch gar nicht im Knowledge Graph vertreten sind?
Der erste Schritt ist die Grundlagenarbeit: Schreibweise des Unternehmensnamens festlegen (idealerweise wie im Handelsregister), eine klare Positionierung formulieren und diese konsistent auf allen relevanten Plattformen veröffentlichen, Google Maps, LinkedIn, Facebook, Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale und die eigene Website inklusive Schema.org-Markierungen. Mit der Zeit sammelt Google genug konsistente Signale, um die Entität im Knowledge Graph zu erfassen und zu stärken.

Was haben Brand Searches mit Entitäten SEO zu tun?
Brand Searches, also direkte Suchanfragen nach einem Markennamen, signalisieren Google, dass eine Marke bekannt, relevant und vertrauenswürdig ist. Diese Signale stärken die Entität im Knowledge Graph und führen nachweislich zu besseren organischen Rankings. Offline-Maßnahmen wie TV-Auftritte oder Influencer-Kampagnen, die Brand Searches auslösen, sind damit ein direkter Hebel für Entitäten SEO.

Was unterscheidet moderne Suchmaschinenoptimierung von klassischem SEO?
Klassisches SEO fokussierte sich auf Keywords, Backlinks und technische On-Page-Faktoren. Moderne Suchmaschinenoptimierung denkt ganzheitlicher: Sie umfasst den Aufbau einer klaren Markenidentität als Entität, die Pflege der Reputation auf Drittplattformen, strukturierte Daten, EEAT-konforme Inhalte und die Optimierung für KI-gestützte Suchen, nicht nur für den klassischen Google-SERP.


Dieser Artikel basiert auf der Podcast-Episode „F14: Entitäten SEO: Wie der Google Knowledge Graph wirklich funktioniert“ mit Maximilian D. Muhr und mir, Antonio Blago. Die vollständige Episode ist auf YouTube verfügbar: Zur Podcast-Episode

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Antonio Blago

Hi, ich bin Antonio. Ich optimiere SEO datengetrieben mit Python, Verkaufspsychologie und meinem Neuro-SEO System®. So verstehe ich, wie Käufer ticken, und entwickle gezielte Strategien für mehr Sichtbarkeit. Auf YouTube, LinkedIn und Instagram teile ich regelmäßig praxisnahe Anleitungen, Insights und aktuelle SEO-Tricks. Abonniere gern meine Kanäle und bleib immer auf dem neuesten Stand.

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